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last update: 07.01.2009
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„Herr behüt diese Mühle vor Sturm und Wind, und vor Gesellen die langweilig sind”


 
Dieser Hausspruch steht im
1. Stock über dem Eingang der 1821 erbauten Mühle. Im Kunstführer Emmental wird die Mühle als «... eine der schönsten Mühlen des Emmentals...» bezeichnet. Das überaus stattliche Mühlegebäude in ländlicher Spätbarockform ist zwar der Emmentaler Bauweise, der Kombination von Rieg und massiven Holzteilen angepasst.
 

 

Wasseräder   Die drei Dachründen gehen aber weit über die Bauart und Form der Bauernhäuser hinaus. Darin spiegeln sich das Selbstbewusstsein und das Vermögen des Müllers. Seit Dezember 2002 drehen zwei Wasserräder im Mühlekanal. Das eine bewegt den Mühlstein, das andere die Knochenstampfe. 

 

Bis 1970 wurde noch ein Mühlebetrieb geführt. In diesem Jahr erwarb die Gesangs- und Theater-pädagogin, Jolanda Rodio das stattliche Haus und begann mit dem Aufbau zum Kultur- und Begeg-nungszentrum. Jolanda Rodio lebte lange Zeit in Dänemark, wo sie u.a. mit dem königlichen Danneborg-Orden für ihre kulturellen und künstlerischen Leistungen ausge-zeichnet wurde. In der „Kulturmühle“ begründete Jolanda Rodio die Schule Totales Theater und das Child Drama Seminar. Sie organisierte Kunstaus-stellungen, Konzerte, Ausbildungs-tagungen und Kurse. Die Kulturmühle wurde nach und nach zu einer weit über die Region Emmental hinaus bekannten Institution.

 

  Jolanda Rodio
1976 wurde die Kulturmühle mit all ihren Nebengebäuden - Stöckli, Holzbrücke, Entenhaus, Knochenstampfe und Barockgarten - unter eidg. Denkmalschutz gestellt.

1981 übertrug Jolanda Rodio die Mühle in eine Stiftung. Für den kulturellen Betrieb zeichnet seither ein Verein verantwortlich. 1985 übergab Jolanda Rodio die Leitung an Brigitte Schildknecht. 1989 wurde Jürg Montalta Leiter der Kulturmühle.

 


Mühle und Stöckli
  Finanzielle Probleme führten 1990 zum Konkurs und zur Auflösung der Theater Schule. Eine private Rettungsaktion erarbeitete ein neues Betriebs- und Finanzkonzept. Am 8. September 1992 beschloss der Grosse Rat vom Kanton Bern einen Sanierungsbeitrag. Damit konnte die Kulturmühle als Kultur- und Begegnungszentrum im Gotthelfdorf gerettet werden. 

 

Dank Geldmitteln vom Bundesamt für Kultur, der Kantonalen Denkmalpflege und vom Lotteriefonds des Kantons Bern, zahlreichen privaten und öffentlichen Stiftungen und ungezählten Einzelpersonen konnten seit 1993 umfangreiche Um- und Ausbauarbeiten ausgeführt werden und tragen zum heutigen Angebot bei:

  • Galerie- und Konzertraum, der auch für Privatanlässe bis 100 Personen genutzt werden kann.
  • Unterkunftsräume mit 30 Schlafplätzen, eigener Küche, Sanitäranlagen.
  • Dachraum für Anlässe bis 50 Personen.
  • Holzbrücke für Aperos etc.
    Die Holzbrücke ist ein Originalteil der alten Lützelflühbrücke, die 1903 vom Dorf an den heutigen Standort bei der Kulturmühle versetzt wurde. Über diese Brücke ist am 1. Januar 1831 Vikar Albert Bitzius hoch zu Ross nach Lützelflüh eingeritten. Bitzius wurde später bekannt unter dem Schriftstellernamen „Jeremias Gotthelf“.
  • Barockgarten mit „phänomenalen“ Installationen von Hugo Kükelhaus. Seit Dezember 2002 ist die Hugo Kükelhaus Stiftung in der Kulturmühle domiziliert.
  • Alte Knochenstampfe mit Einrichtung zum Papierschöpfen von Hand, grosses Mühlespiel.
  • Die alte Mühleanlage ist wieder betriebsbereit und wird jährlich am nationalen Mühletag, jeweils am Samstag nach Auffahrt in Betrieb genommen. Interessierte können an diesem Tag die Anlage ohne Voranmeldung besichtigen.
  • Stöckli - wird privat genutzt
  Konzertraum

Holzbrücke

Ausstellungsraum

 

5 Stiftungsräte sind verantwortlich für die Liegenschaften und das Grundstück.
9 Vorstandsmitglieder sind verantwortlich für den Verein mit ca. 550 Mitgliedern und das Jahresprogramm mit Ausstellungen und Konzerten.

„Kultur ist die Art und Weise, wie wir uns begegnen, wie wir zusammen kommunizieren, wie wir die Welt wahrnehmen.”

In diesem Sinne heissen wir Sie herzlich willkommen in der
Kulturmühle Lützelflüh.